Belinda Carlisle Biographie
Belinda Jo Kerzeskhi Carlisle, Tochter des Schreiners Walt und der Schneiderin Joanne, wurde am 17. August 1958 in Hollywood, Kalifornien geboren. Sie wuchs in einem Umfeld der unteren Mittelschicht auf, mit sechs Geschwistern und im wenig glamourösen Hollywood der fünfziger Jahre.
Ihre wenigen Spielsachen teilte sie mit ihren Brüdern und Schwestern und auch die Kleidung wurde weiter gegeben. Die familiäre Situation verschlechterte sich weiter, als der Vater die Familie verließ und die Mutter den strengen, kompromisslosen Duke heiratete.
Belinda zeichnete sich durch ihr rebellisches Naturell aus. Sie war das erste Mädchen im kalifornischen Jungen-Basketball-Team, spielte Fußball und prügelte sich mit den Jungs. Aufgrund dieses Verhaltens kam es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen mit Duke. Die Mutter litt so stark unter diesen Konflikten, dass sie beinahe einen Nervenzusammenbruch erlitt.
Von früher Kindheit an hatte Belinda mit Gewichtsproblemen zu kämpfen und wurde von anderen Kindern gehänselt. Doch ihr gelang die Wandlung, so dass sie als Schülerin an Hollywood’s Newbury Park Highschool sogar Mitglied der Cheerleader wurde.
Um sich den Einschränkungen ihres Stiefvaters zu entziehen, verließ sie ihr Zuhause im Jahr 1976, unmittelbar nach ihrem Schulabschluss. So zog sie im Alter von 19 Jahren aus, um ein Star zu werden.
1977 war Belinda Teil der Punk-Szene in Los Angeles, wo sie regelmäßig Kokain konsumierte.
Im Umfeld von Bands wie The Germs und Metrosquad wurde sie schließlich vom Manager der Germs als Schlagzeugerin angeworben. Sie probte mit der Band, erkrankte jedoch schwer am Pfeifferschen Drüsenfieber, so dass sie sich Monate lang Zuhause erholen musste.
Zurück in der Szene, gründete sie als Sängerin gemeinsam mit Jane Wiedlin (Gitarre), Margot Olivarria (Gitarre) und Elissa Bello (Schlagzeug) eine laute Punkrock-Gruppe, die Go-Go’s. Bei Auftritten im angesagten Szene-Laden The Masque verschreckten sie das Publikum mit ihrem lärmenden Sound. Margot und Elissa wurden im Jahr 1979 durch Charlotte Caffey und Gina Schock ersetzt. Die vierköpfige Mädchen-Band tourte anschließend mit der Gruppe Madness durch England und wechselte stilistisch vom Punkrock zum New Wave Pop/Rock.
Ihr Album Beauty and the Beat erschien auf dem englischen Plattenlabel Stiff Records und verhalf ihnen zum Erfolg in ihrer Heimat. Nach ihrer Rückkehr spielten die Go-Go’s regelmäßig in ausverkauften Hallen in LA.
Bald stieß Kathy Valentine als Bassistin zur Band. Der ersehnte US-Plattenvertrag wurde 1981 bei der Firma IRS unterzeichnet. The Beauty and the Beat machte sie zur ersten Mädchengruppe auf Platz Eins der amerikanischen Billboard-Album-Charts. In den nächsten Jahren waren die Go-Go’s die populärste Band Amerikas und Belinda Carlisle das beliebteste Mitglied. Auch in Europa, Asien und Australien konnten sie Erfolge verzeichnen.
1982 erschien das Album Vacation, gefolgt von Talk Show im Jahr 1984.
Das durch die Plattenfirma aufpolierte saubere Image stand im Kontrast zur Realität hinter der Bühne. Exzessiver Drogen- und Alkoholmissbrauch führte 1984 schließlich zur Trennung der Go-Go’s.
Im selben Jahr traf Belinda auf Morgan Mason, einen politischen Berater Ronald Reagans, den sie wenig später heiratete. Sie folgte Charlottes Beispiel und vollzog einen Drogenentzug.
In den öffentlichen Medien wurde Belinda die Schuld am Ende der Band zugewiesen.
Mit einem Vertrag bei IRS Records begann 1986 ihre Solokarriere. Die Resonanz der Kritiker auf das Debut-Album Belinda war überwiegend positiv. Der kommerzielle Erfolg in Amerika beinhaltete Gold für das Album und den dritten Platz in den Charts mit der Single Mad About You.
Im Jahr 1987 hatte sich Belinda Carlisle zu einer strahlend schönen Solokünstlerin mit neuem Image entwickelt.
Es folgte ein Wechsel zu MCA Records in den USA und zu Virgin in Europa, Asien und Australien.
Mit dem zweiten Album Heaven on Earth erzielte sie bemerkenswerte Erfolge in der Pop-Welt und avancierte zum Superstar. Die erste Single Heaven is a Place on Earth stürmte weltweit an die Spitzen der Charts.
Es folgten die Top 10-Hits I Get Weak und Circle in the Sand. In Großbritannien wurde eine größere Anzahl Singles veröffentlicht als in den USA – ein Trend, der sich in der Zukunft fortsetzen sollte.
1988 begab sich Belinda erstmals auf Welttournee. Im darauf folgenden Jahr kehrte sie ins Studio zurück, um ihr drittes Soloalbum Runaway Horses aufzunehmen. Mit diesem Werk präsentierte sie sich musikalisch reifer als zuvor. Während sie sich in der britischen und australischen Musikszene dauerhaft etablieren konnte, verringerte sich der Erfolg in den USA zunehmend.
Leave a Light on, eine Zusammenarbeit mit George Harrison, erreichte die Top Five der Charts in Großbritannien, Kanada und Australien. Die weiteren Singles (We Want) the Same Thing, Summer Rain und La Luna erzielten unterschiedliche Erfolge in den einzelnen Ländern. Das Album erreichte Platin-Status.
Während ihrer Welttournee 1990 trat sie zweimal im ausverkauften Londoner Wembley-Stadion auf.
In den USA gelang es ihr nicht, an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Ihr 1991 veröffentlichtes viertes Album Live your Life, Be Free wurde dort kaum zur Kenntnis genommen, rangierte jedoch in den britischen Top 10.
Im Jahr 1992 brachte Belinda ihren Sohn James Duke Mason zur Welt.
Kurz darauf erschienen Greatest Hits-Alben in den USA und Großbritannien. Dem fünften Soloalbum Real wurde außerhalb Großbritanniens kaum Beachtung geschenkt.
Nach einem Erdbeben in Los Angeles im Jahr 1994 verlegte die Familie ihren Wohnsitz nach Südfrankreich.
Belindas Carlisles sechstes Solo-Werk A Woman and a Man verzeichnete außerhalb der USA große Erfolge. 2007 erschien Voila, ein Chanson-Album in französischer Sprache.
Kurze Wiedervereinigungen der Go-Go’s fanden in den Jahren 1990, 1994 und 1999 statt. 2001 veröffentlichten sie ein Album mit neuem Material und standen seit 1999 regelmäßig gemeinsam auf der Bühne.